Was passiert, wenn ein Erwachsener nicht mehr handlungsfähig ist? Die gleiche Frage stellt sich, wenn ein Elternteil vielleicht durch einen Schlaganfall pflegebedürftig wird. Kein Mensch weiß, wann ein Unfall passiert oder eine Krankheit das eigene Schicksal bestimmt. Natürlich möchten sie in solch einem Szenario zupackend und handlungsfähig helfen. Dieser kompakte Leitfaden zeigt ihnen alle wichtigen Details, um das rasch zu erreichen. Die Erklärungen geben ihnen einen guten Überblick zu den verschiedenen Möglichkeiten einer klugen Vorsorge.

Angelika Schmid teilt das Schicksal einer langjährigen Krankheit mit ihrem Mann und pflegt ihn seit dem Jahr 2000. Auf gewohnt sympathische Weise erklärt sie ihnen, warum Vollmachten in allen Lebenslagen eine wichtige Grundlage sind. Nach kurzer Lesezeit wissen sie, wie sie für Notzeiten die richtigen Weichen stellen können und als Angehöriger oder als Betroffener gut versorgt sein werden. Sie informiert sie, damit sie für sich selbst und ihre Familie alle wichtigen Vorsorgemaßnahmen in die Wege leiten können. So können sie oder ein Dritter stellvertretend künftig die Interessen eines erwachsenen Angehörigen, der dazu nicht mehr fähig ist, in einer Krisensituation vertreten.

Angelika Schmid verfügt über Praxiswissen aus 16 Jahren Pflegezeit und gibt ihren Lesern diesen Erfahrungsschatz gerne weiter. Dieser Ratgeber hat alles rund um die Vollmachten zur Vorsorge zusammengetragen, und zwar laiengerecht und präzise auf den Punkt gebracht. So werden sie in der Lage sein, für sich persönlich und vielleicht auch für deine Lieben, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Der nachfolgende Ratgeber ist komplett in der Du-Form geschrieben.

Inhaltsangabe

Wer entscheidet, wenn ich dazu nicht mehr in der Lage bin?

Vielen Menschen ist nicht klar, dass man nicht einfach nur so über einen Angehörigen bestimmen kann. Dies ist nur bei Minderjährigen der Fall, für sie können die Erziehungsberechtigten handeln. Bei erwachsenen Menschen funktioniert das ohne eine entsprechende Vollmacht auch in Notlagen nicht. Entgegen den kursierenden Meinungen gilt dies auch für Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner. Man kann weder Bankangelegenheiten regeln, noch Briefwechsel führen und schon gar nicht entscheiden, ob eine lebensverlängernde Maßnahme unterbleiben soll. Im Notfall bliebe dann nur der Gang zum Amtsgericht. Hier sind die Betreuungsgerichte eingegliedert, bei welchen du einen Antrag auf Betreuung stellen kannst. Dieses Verfahren dauert jedoch in vielen Fällen eine lange Zeit und ob du dann die Betreuung zugesprochen bekommst, ist ebenfalls fraglich. Es geht also wertvolle Zeit verloren, was im Prinzip unnötig ist.

In einem Notfall, wenn es zumeist schnell gehen muss, entscheiden dann fremde Menschen, Ärzte, Gerichte usw. über das eigene Schicksal. Dieser Gedanke dürfte keinem Menschen ernsthaft angenehm sein. Es steht zudem auch im krassen Widerspruch zum Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen.

Selbstbestimmung in Notlagen

Mit fortschreitendem Alter rücken für viele Menschen auch Krankheiten immer mehr ins Bewusstsein. Man sollte sich dessen jedoch in jedem Lebensalter bewusst sein und darüber nachdenken, denn kluge Vorsorge ist keine Frage des Alters. Auch junge Menschen sind deshalb gut beraten, frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen. Mithilfe adäquater Vorsorgemaßnahmen kann man selbstbestimmt festlegen, was die Angehörigen im Pflege- oder gar Sterbefall zu tun haben. Wer seinen Willen nicht schriftlich festlegt, überlässt sämtliche Entscheidungen fremden Menschen. Dies führt zur kompletten Handlungsunfähigkeit deiner Angehörigen.

Im Gegensatz zum Testament, welches bestimmt was im Todesfall geschieht, greift eine Vollmacht zu Lebzeiten. In diesem Dokument kannst du in jeder Lebensphase vorbestimmen, was bei einer schweren Krankheit oder einem Unfall geschehen soll. Die Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung sind wichtig im Ernstfall.

Aus diesem Grund kann ich dich nur ermutigen, auch wenn man sich mit dem Thema Krankheit oder Tod nicht gerne beschäftigt, übe dein Recht auf Selbstbestimmung aus und sorge beizeiten vor! Diesen guten Rat gibst du bestenfalls auch an deine Angehörigen, Freunde und Bekannten weiter.

Vorsorge für Notsituationen

Hast du alle diese Fragen zu deiner Zufriedenheit beantworten können? Wenn das nicht der Fall ist, dann solltest du auch ohne eine drohende Pflegezeit für klare Verhältnisse sorgen. Die Vorsorgevollmachten sind hierzu ein Instrument, damit kann man z. B. die Verwandten frühzeitig entsprechend ausstatten.

Bei einer klugen Vorsorge ist auch der Letzte Wille, nämlich das Testament, nicht zu vernachlässigen. Die letzten Wünsche von vertrauten Menschen (Erbverteilung, Bestattungswünsche usw.) sollten Angehörige ebenfalls kennen. Über dein Ableben hinaus hast du ebenfalls noch Möglichkeiten mitzubestimmen und dafür kannst du eine postmortale Vollmacht erstellen.

Vorteile einer umfassenden Vollmacht

Den Inhalt einer Vollmacht entscheidet der Vollmachtgeber. Grundsätzlich kann diese auch über den Tod hinaus wirken, wenn dies so bestimmt wurde. In welchen Situationen dies wichtig werden könnte, habe ich im vorherigen Kapitel schon beschrieben.
Die bevollmächtigten Personen müssen nicht wie ein Betreuer vom Amtsgericht bestellt oder bestätigt werden. Sie können somit also auch ohne zeitliche Verzögerung im Sinne eines Handlungsunfähigen agieren. Dies kann im Notfall ein großer Vorteil sein. Im besten Fall kennt ein Bevollmächtigter stets die Wünsche eines Betroffenen sehr genau, ein Fremder hingegen gar nicht. Es könnten also bei einer Fremdbestimmung im Notfall auch durch Dritte Entscheidungen fallen, die dir bei genauem Nachdenken überhaupt nicht recht wären.

Zusammengefasst sind folgende Vorteile zur Vollmacht zu nennen:

Eine Vollmacht kann sowohl einer Person als auch mehreren gemeinsam erteilt werden. Je nach Gestaltung können diese jeweils auch einzeln oder gemeinsam stellvertretend alles erledigen. Eine Vollmacht, in der mehrere Personen entscheiden, hat jedoch ihre Tücken, doch dazu später mehr.

Hier kann ich eine Vollmacht vorlegen

Eine notariell erstellte und vollumfängliche Vollmacht wird von sämtlichen Behörden, Banken, Institutionen und Ärzten anerkannt. Die Entscheidungen eines Bevollmächtigten müssen unverzüglich umgesetzt werden.

Ausnahme: Falls du die Vollmacht lediglich eingeschränkt auf einen Geschäftsbereich festgelegt hast, dann gilt sie auch nur dafür. Beispiele dafür sind: Handlungsvollmachten, wie z. B. die Bankvollmacht, eine Gesundheitsvollmacht, Patientenverfügung usw.

Falls eine Vollmacht mit zahlreichen Bedingungen, Einschränkungen oder Vorbehalten versehen ist, gilt sie dementsprechend nicht bei allen Stellen gleichzeitig.

Möglichkeiten zur Vertretung ohne Vollmacht

Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht auch Vertretungsmöglichkeiten für bestimmte Aufgabenkreise vor, falls ein Angehöriger geschäftsunfähig ist und keine Vollmacht erstellt wurde. In diesem Fall musst du ein langwieriges Betreuungsverfahren einleiten. Dies geschieht in aller Regel auf Antrag. Antragsteller kann nur der zu Betreuende selbst sein. Ein Angehöriger oder Nachbarn, Freunde und Bekannte können hierzu allenfalls eine Anregung geben. Ein Formular hierzu ist online erhältlich in den Foren der zuständigen Amtsgerichte. Diese Variante kann ich dir allerdings nicht empfehlen, denn nun bestimmen Gerichte und nicht du selbst oder dir vertraute Menschen, wie z. B. ein Angehöriger.

Das Betreuungsverfahren wird beim zuständigen Amtsgericht, dort sind die Betreuungsstellen angesiedelt, schriftlich beantragt. Ein Angehöriger kann nur eine Anregung geben, den Antrag selbst müsste der zu Betreuende stellen, was ja zumeist nicht möglich ist. Der Antrag ist zudem komplex und hierzu sind umfangreiche Unterlagen notwendig, um die Notwendigkeit einer Betreuung zu untermauern. Es gelten hohe Hürden für diese Maßnahme. Deshalb wird hierbei umfangreich abgefragt, warum das erforderlich ist und wie krank ein zu betreuender Mensch tatsächlich ist. Häufig wird der Pflegebedürftige auch noch durch einen Gutachter geprüft oder beim Amtsgericht vorgeladen. Bis man allein sämtliche Unterlagen gesammelt hat, vergehen häufig wertvolle Wochen, wenn nicht gar Monate.

Ein Betreuungsverfahren kostet auch Gebühren. Diese richten sich nach dem Einkommen und den Vermögensverhältnissen, der betreuten Person.

Nachteile eines Betreuungsverfahrens:

  1. In Regelfällen dauert dies sehr lange, es sei denn du erreichst ein Schnellverfahren, hierzu müssten allerdings die Voraussetzungen, wie zum Beispiel ein laufendes oder ruhendes Gerichtsverfahren, vorliegen
  2. Ein dreiseitiger Antrag muss ausgefüllt werden, das ist umständlich
  3. Zahlreiche Unterlagen müssen vorher beschafft werden: Pflegestufe, ärztliche Atteste, Schwerbehindertenausweis usw.
  4. Bei wichtigen Entscheidungen musst du trotzdem immer eine Genehmigung beim Vormundschaftsgericht einholen
  5. Viele stellvertretende Handlungen sind im Alleingang nicht möglich
  6. Den Betreuer bestimmt das Gericht. Unter Umständen wird ein professioneller Betreuer eingesetzt, wenn das Gericht die vorgeschlagene Betreuungsperson nicht für geeignet hält
  7. Eine gesicherte Betreuung bekommst du erst durch den positiven Ausgang des Verfahrens, was ja auch anders ausgehen kann

Es kommt auf die persönliche Situation an, ob man sich damit nicht in eine Sackgasse manövriert. Hat man beispielsweise eine gemeinsame Immobilie, so sind den gesunden Familienmitgliedern die Hände gebunden. Ein Verkauf, ein Erwerb oder auch die Anmietung könnte an der Ablehnung des Betreuers oder des Gerichts scheitern.

Vorsicht vor zu vielen Einschränkungen in der Vollmacht

Solltest du deine Vollmacht zu eng fassen, kann es sein, dass ein Betreuungsverfahren ebenfalls nicht überflüssig wird. Deshalb ist es sinnvoll, sich mit allen Möglichkeiten, Risiken und Vorteilen einer umfassenden Vollmacht vertraut zu machen. Das vorher aufgelistete, komplette Szenario kannst du nur durch eine kluge Vorsorgevollmacht, die alle Eventualitäten abdeckt, abwenden.

Tipp: Bedenke, nur wenn diese Vollmacht einen großen Handlungsspielraum lässt, vermeidest du unnötige Zeitverzögerungen und Risiken. Sich dafür nur zögerlich oder unsicher oder nur teilweise zu entscheiden, bringt zwar in einigen Bereichen vermehrte Sicherheit (Stichwort: Missbrauch), jedoch ganz gewiss nicht in allen.

Merke: Eine Vollmacht ist nur dann uneingeschränkt zur Vertretung geeignet, wenn sie nicht durch zahlreiche Bedingungen eingeengt wurde.

Vorsorgemaßnahmen vor einer Pflegesituation einleiten

Häufig entstehen Pflegesituationen unerwartet, deshalb rate ich dir, wenn du die Möglichkeit hast, erstelle die Vorsorgemaßnahmen auch ohne triftigen Grund. Viele Menschen sehen diese Notwendigkeit nicht und verdrängen, dass es uns alle, auch bei bester Gesundheit, morgen schon treffen kann. Das ist menschlich mehr als verständlich, doch ist es auch klug?

Sobald sich allerdings schon eine Pflegesituation anbahnt, ist es unbedingt notwendig, umgehend entsprechende Vollmachten zu erstellen. Bei einer drohenden Demenz kann dies ab einem bestimmten Stadium überhaupt nicht mehr geschehen. Für die Erstellung einer rechtskräftigen Vollmacht ist die Geschäftsfähigkeit eine unabdingbare Voraussetzung. Eine Geschäftsunfähigkeit bedeutet, dass es unmöglich ist, aufgrund einer geistigen, seelischen oder auch körperlichen Behinderung ganz oder teilweise die eigenen Angelegenheiten selbst zu besorgen. Ist diese Handlungsfähigkeit nicht mehr gegeben, bleibt ohne erstellte Vollmacht nur noch der Gang zum Amtsgericht. Die Angehörigen können ohne eine Legitimation zur Stellvertretung ansonsten nur noch tatenlos zuschauen. Dieses Szenario sollte man unbedingt vermeiden.

Vorsorgemaßnahmen sind auf verschiedenen Ebenen des täglichen Lebens möglich

In jedem Teilbereich des täglichen Lebens, sowohl bei der Vermögenssorge, als auch bei den gesundheitlichen Fragen gibt es die Möglichkeit Vollmachten zu erteilen. Viele Menschen denken hierbei vorrangig an die Gesundheitsvorsorge. Eine General- und Vorsorgevollmacht umfasst diesen wie auch viele weitere Aspekte. Falls man eine derart umfassende Vollmacht nicht wünscht, sollte man die unten stehenden Einzelverfügungen trotzdem nicht außer Acht lassen.

Bei besonders schweren Krankheiten sind folgende Vorsorgemaßnahmen dringend zu empfehlen:

Zusätzlich sind noch weitere Vorsorgemaßnahmen zu treffen für eine rundum Versorgung im Notfall.

Falls du dich für eine General- und Vorsorgevollmacht entscheidest, benötigst du im Prinzip nur zusätzlich eine Betreuungsverfügung. Diese umfassende Vollmacht beinhaltet den Komplex einer Patientenverfügung oder der Bankvollmacht in aller Regel schon. Bei psychisch seelischen Krankheiten oder einer Demenz ist es allerdings ratsam, für den Fall der Ungültigkeit wegen Geschäftsunfähigkeit, eine doppelte Sicherung einzubauen. Das bedeutet, in diesem Fall ist man mit einer zusätzlichen Patientenverfügung doppelt abgesichert. Den wichtigen Themenbereich der Einzel-Verfügungen behandele ich in einem gesonderten Buch: „Verfügungen für Pflegende - Patientenverfügung & Betreuungsverfügung erstellen“.

Vertretungsbereiche für eine weit gefasste Vollmacht

Selbstverständlich steht es jedem Menschen frei, eine Vollmacht auch eng zu fassen, doch was bringt dir das wirklich in einer Notlage? Das schränkt den Handlungsspielraum des Bevollmächtigten ein. Es verkleinert zwar vermeintlich dein Risiko, birgt jedoch auch Gefahren das ist völlig klar. Wenn du dir sicher sein kannst, dass der Bevollmächtigte damit nichts Unsinniges anstellt, dann sollte eine Vollmacht möglichst viele Rechtsgeschäfte abdecken und deshalb besser weit gefasst sein. Wenn du hierzu ernsthafte Bedenken hast, dann wäre generell zu überlegen, ob du eine Person kennst, der du so viel Vertrauen entgegenbringen kannst.

Nur mit einer weit gefassten Vollmacht kannst du verhindern, dass ein Betreuungsverfahren notwendig wird. Dazu müsste es allerdings möglich sein, dass der Bevollmächtigte dich in allen, nicht nur in einigen Rechtsgeschäften vertreten kann.

Vollumfängliche Vorsorgevollmacht für diese Bereiche:

  1. Post-Erledigungen annehmen, bearbeiten
  2. Vertretung bei Behörden, Gerichten, Krankenkassen, Versicherungen
  3. Gesundheitssorge - Einwilligung oder Ablehnung ärztlicher Eingriffe
  4. Vermögenssorge, Bankangelegenheiten, Immobilien usw.
  5. Rente beantragen, verwalten
  6. Aufenthaltsbestimmung
  7. Sozialhilfeangelegenheiten
  8. Wohnung auflösen, kündigen, verkaufen
  9. strafrechtliche Angelegenheiten
  10. Erbschaftsangelegenheiten
  11. Aufenthaltsbestimmung (kann bei ausdrücklicher Erwähnung auch Heimeinweisungen beinhalten) zusätzlich Genehmigung des Betreuungsgerichts
  12. Heimangelegenheiten, falls der Angehörige freiwillig dort ist. Ausnahme: Eine unfreiwillige Einweisung ins Pflegeheim, denn dies ist eine sogenannte freiheitsentziehende Maßnahme, die durch ein Gericht begleitet wird.

Pickt man sich nur einzelne Bereiche heraus, dann lässt man die anderen unbeachtet. So bleiben die anderen Rechtsbereiche zwar unberührt, jedoch mit einem großen Fragezeichen. Wer halbe Sachen macht, muss auch die Nachteile in Kauf nehmen. Es bliebe dann unter Umständen eben doch nur übrig, zusätzlich die Bestellung eines Betreuers durch das Amtsgericht anordnen zu lassen. Für diese Fälle ist es ratsam, vorsorglich für eventuell fehlende Erledigungen noch eine Betreuungsverfügung zusätzlich zu erstellen.

Manchmal kann es auch sinnvoll sein, mehrere Personen mit Vollmachten auszustatten. Man könnte beispielsweise einzelne Verfügungen oder Vollmachten, an verschiedene Personen aufgeteilt vergeben.

Patienten-Vorsorgevollmacht Muster

Die meisten Menschen möchten sich nicht mit dem Thema einer Hilflosigkeit beschäftigen, weswegen viele auch keine Patientenverfügung erstellen. Schlimmer jedoch ist noch, dass man sich damit beschäftigt und die Verfügung nicht das ausdrückt, was ich gerne möchte. Die genaue Formulierung der Verfügung ist also entscheidend, da man nur so einen Einfluss auf die ärztliche Behandlung ausüben kann.

Festlegungen, an die Ärzte sich halten müssen

Ich habe im Laufe der Jahre mit vielen Ärzten gesprochen, diese fühlen sich dem ärztlichen Ethos verbunden und möchten helfen und heilen mit jeder medizinischen Möglichkeit. Die Möglichkeiten einer künstlichen Lebenserhaltung sind in Deutschland enorm hoch. Diese reichen bis hin zu Maschinen, an die man dauerhaft angeschlossen werden kann. Allerdings habe ich auch viele kranke Menschen im Laufe der Jahrzehnte kennengelernt, einschließlich meines Mannes, die genau das nicht möchten. Wer lässt sich schon gerne an Maschinen anschließen oder trotz Wegfall sämtlicher Fähigkeiten, die das Leben noch lebenswert machen, noch künstlich ernähren? Bei Umfragen erfährt man, dass ein prozentual großer Anteil der Menschen in Deutschland dies keinesfalls möchte. Auch dieser Thematik, mit jedem Für und Wider aus zahlreichen Podiumsdiskussionen, habe ich einige ausführliche Bücher gewidmet.

Die Bundesärztekammer zum ausgeübten Patientenrecht

Die Kammer vertritt etwa 420.000 Ärzten in Deutschland.  Deshalb setzt sie sich auch mit der Patientenverfügung auseinander. Für die behandelnden Ärzte ist die Existenz einer Patientenverfügung im Prinzip von Vorteil. Eine verbindliche Handlungsanweisung, welche medizinische Maßnahmen vorschreibt oder unterbindet, birgt aber natürlich auch eine gewisse Brisanz. Aus diesem Grund wird sie von den Ärztekammern auch nicht nur wohlwollend, sondern ebenfalls kritisch gesehen. Bei schwammigen Formulierungen wird die Verfügung eines Patienten auch umgangen mit der Argumentation, es wird nicht klar, wie der Wille tatsächlich gemeint ist.

Die Ethikkommission der Bundesärztekammer nimmt wie folgt Stellung:
„Auf frühere Willensbekundungen kommt es nur an, wenn der Patient einwilligungsunfähig ist. Dann ist die frühere Willensbekundung ein Mittel, den Willen des Patienten festzustellen“. Nach § 1901a Abs. 1 Satz 1 BGB ist eine Patientenverfügung eine „schriftliche Festlegung des einwilligungsfähigen Volljährigen für den Fall seiner Einwilligungsunfähigkeit,
ob er in bestimmte ärztliche Eingriffe einwilligt oder untersagt“
Andere Willensbekundungen (z. B. mündliche Erklärungen) sind keine Patientenverfügung im Sinne des Gesetzes.

Aus diesen Worten kann man als Laie lediglich schließen, dass es bestimmte Festlegungen gibt, an die sich Ärzte halten müssen, an andere nicht.

Was kann ich regeln in einer Patientenverfügung?

Mithilfe einer Patientenverfügung kannst du konkret benennen, in welchen Fällen einer akuten Behandlungssituation du selbst einer „notwendigen“ Behandlungsmethode zustimmen würdest oder diese untersagst. Ist eine Vertrauensperson bevollmächtigt, deine vorher geäußerten Wünsche in schriftlicher Form vorzulegen, dann müssen die Ärzte dementsprechend handeln. Allerdings nur dann, wenn die Formulierungen auch auf den konkreten Fall zutreffen.

Zahlreiche Rechte leiten sich aus einer Patientenverfügung ab. Hierzu gehören die Einsicht in Krankenakten und ebenfalls das Recht auf Besuche. Zusätzlich sind in den allermeisten Fällen auch Einwilligungen oder Verweigerungen bestimmter operativer oder Heilbehandlungen inkludiert. Gerade diese Bestimmungen bedürfen einer ausdrücklichen Vorgabe und gleichzeitig auch, wenn du diese weitgehenden Befugnisse nicht einräumen möchtest.

Meine eindringlichen Ausführungen führen dir bestimmt vor Augen, dass ein wunschgemäßes Erstellen einer wasserdichten Patientenverfügung für medizinische Laien schwer bis unmöglich ist. Daher rate ich von Onlineformularen ab, denn auch Textbausteine können diese laienhaften Unsicherheiten nicht auflösen. Auch in vielen einschlägigen Broschüren, die man im Internet findet, bin ich zu den zahlreichen Formulierungen nicht schlauer geworden. Du solltest dazu wissen, dass irgendeine beliebige Formulierung nicht in jedem Fall für den behandelnden Arzt bindend ist. Die Ärzte haben nämlich immer zu prüfen, ob deine Festlegungen im akuten Fall überhaupt zutreffen. Wir Laien können nicht beurteilen, ob der vorgegebene Textbaustein für die eigene Entscheidung genau richtig verfasst ist. Viele Formulierungen sind entweder zu allgemein gehalten, oder wir verstehen sie medizinisch schlicht und ergreifend auch falsch. Die medizinische Vorsorge ist ein komplexes Konstrukt, welches in die Hände eines fachlich versierten Mediziners gehört. Zur ersten Orientierung habe ich dir unsere Patientenverfügung als Vorlage oder Muster eingefügt. Gerne kannst du diese für dich verwenden.

Meine Empfehlung: Erstelle deine persönliche Patientenverfügung nicht anhand einer Broschüre, auch nicht unbedingt anhand unserer Vorlage. Wie vorher schon erwähnt sind auch Textbausteine hierzu überhaupt nicht geeignet. Erstelle sie auch nicht - ungefiltert nach deinen ureigenen Kriterien - mit meiner Vorlage. Diese wurde mit unserer Ärztin erstellt und das Gleiche empfehle ich dir auch: Geh zu deinem Hausarzt oder einem Facharzt deines Vertrauens und erstelle sie mit diesem gemeinsam! Nur so kannst du sicher sein, dass auch das aufgeschrieben ist, was du höchstpersönlich einem Arzt/Ärztin gegenüber geäußert und gewollt hast.

Hinweis: Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass der Arzt deines Vertrauens einen Satz zur Bescheinigung hinzusetzt, dass du zum Zeitpunkt der Erstellung auch einwilligungsfähig bist. Das alles ist keine zwingende gesetzliche Vorgabe für die Wirksamkeit, doch es sichert dich zu 100 % ab und das ist doch beruhigend.

Die ärztliche Aufklärung im Notfall, wird trotz einer Patientenverfügung immer zusätzlich noch stattfinden, denn schließlich geht es um das Wohl des Patienten. Zur aktuellen Situation wird im Notfall dann eben zusätzlich der Patient oder stattdessen der Bevollmächtigte oder der Betreuer aufgeklärt.

Informationen zu persönlichen Daten immer mit sich tragen!

Selbst wenn eine Patientenverfügung erstellt wurde, befindet sie sich häufig nicht am Ort des Geschehens. Wer eine Patientenverfügung besitzt, hat im besten Fall auch eine Information dazu in der Tasche. Eine Vorlage habe ich dir hier vorbereitet. Nach dem unten stehenden Muster kannst du dieses erstellen und vorbereiten für Jacken oder Taschen. Trage diese Information möglichst immer bei dir! Ein solcher Pass für den Notfall versorgt jeden Menschen mit Hilfe und Sicherheit. Auch für Menschen mit Demenz ist das ein probates Hilfsmittel. Im Extraband zu Demenz und Alzheimer findest du noch zusätzliche Hinweise, welche Informationen noch sinnvoll sind.

Falls du das beherzigst, weiß jeder Mensch in Notfällen gleich, dass du über eine Vorsorgevollmacht in gesundheitlichen Fragen verfügst. Du kannst entweder mitteilen, ob du einer Vertrauensperson eine General- und Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung oder eventuell auch beides übertragen hast. Je genauer deine Eintragungen in dem kleinen Informationsblatt zum Mitnehmen sind, desto schneller kann im Ernstfall dein Wille angewandt werden.

Hier findest Du das unten stehende Informationsblatt zum Ausdrucken im PDF-Format: ► Informationsblatt (PDF)

Vorlage eines Informationsblattes:

Information zur Vorsorgevollmacht/Patientenverfügung
Die Originale der o. g. Vollmacht hat: Herr/Frau________________________________________
Name, Vorname:
Straße:Ort:
Telefon, E-Mail:
Diese Person ist bevollmächtigt, für mich zu handeln:_________________________________

Patientenverfügung Formular - individuelles Muster

Zur Information habe ich dir hier eine individuelle Patientenverfügung, welche auch Patiententestament oder Patientenvollmacht genannt wird, eingefügt. Als Grundlagenformular kann dieses gerne genutzt werden. Diese Patientenverfügung wurde mithilfe einer Ärztin für uns erstellt. Allerdings muss jeder Mensch individuell genau überlegen, ob dieses Muster für ihn Gültigkeit haben könnte. Falls dieses Muster für dich hilfreich ist, so würde es mich sehr freuen. Keinesfalls erhebe ich dabei den Anspruch, das ultimative Muster für deinen Einzelfall erstellt zu haben.

Die Muster-Patientenverfügung ist hier hinterlegt. Klicke einfach auf den nachfolgenden Link, so kannst du diese übersichtlich lesen und auch ausdrucken: ► Muster-Patientenverfügung (PDF)

Muster einer Patientenverfügung

„Patientenverfügung
Ich, Name und Vorname, geb. am ….., in …… wohnhaft in Postleitzahl, Ort, Straße und Hausnummer, bestimme Folgendes für den Fall, dass ich meinen Willen nicht mehr bilden oder verständlich äußern kann, weil ich im Endstadium einer unheilbaren und tödlich verlaufenden Krankheit bin (selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist) oder falls ich infolge einer Gehirnschädigung meine Einsichts- und Entscheidungsfähigkeit sowie die Fähigkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, nach Einschätzung zweier erfahrener Ärzte höchstwahrscheinlich unwiederbringlich verloren habe (z. B. durch direkte Gehirnschädigung oder durch indirekte Gehirnschädigung oder durch einen weit fortgeschrittenen Hirnabbauprozess):

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich, dass alle lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen werden. Hunger und Durst sollen auf natürliche Weise gestillt werden, gegebenenfalls mit Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Ich wünsche fachgerechte Pflege von Mund und Schleimhäuten sowie menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege und das Lindern von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Unruhe und anderer belastender Symptome.

Schmerz- und Symptombehandlung

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich, wenn alle sonstigen medizinischen Möglichkeiten zur Schmerz- und Symptomkontrolle versagen, auch bewusstseinsdämpfende Mittel zur Beschwerdelinderung. Die unwahrscheinliche Möglichkeit einer ungewollten Verkürzung meiner Lebenszeit durch schmerz- und symptomlindernde Maßnahmen nehme ich in Kauf.

Künstliche Ernährung

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich, dass keine künstliche Ernährung unabhängig von der Form der künstlichen Zuführung der Nahrung (z. B. Magensonde durch Mund, Nase oder Bauchdecke, venöse Zugänge), erfolgt.

Künstliche Flüssigkeitszufuhr

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich die Reduzierung künstlicher Flüssigkeitszufuhr nach ärztlichem Ermessen.

Wiederbelebung

Nicht nur in den oben beschriebenen Situationen, sondern in allen Fällen des Kreislaufstillstands oder Atemversagens lehne ich Wiederbelebungsmaßnahmen ab.

Künstliche Beatmung

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich, dass keine künstliche Beatmung durchgeführt bzw. eine schon eingeleitete Beatmung eingestellt wird, unter der Voraussetzung, dass ich Medikamente zur Linderung der Luftnot erhalte. Die Möglichkeit einer Bewusstseinsdämpfung durch diese Medikamente nehme ich in Kauf.

Dialyse

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich, dass keine Dialyse durchgeführt bzw. eine schon eingeleitete Beatmung eingestellt wird.

Antibiotika - Blut/Blutbestandteile

In den oben beschriebenen Situationen wünsche ich die Gabe von Blut oder Blutbestandteilen oder von Antibiotika nur zur Linderung meiner Beschwerden.

Meine Vertreter

Ich bestimme folgende Personen zu meinen Vertretern:

Meinen Ehepartner: Herr/Frau, geb. am …………
Meine Kinder:
Meinen Lebenspartner, meine Freundin, meinen Freund ….

Ort der Behandlung, Beistand

Ich möchte zu Hause bzw. in vertrauter Umgebung sterben. Ich sollte - falls ich im Krankenhaus bin - wenn irgend möglich nach Hause gebracht werden.

Organspende: Ich erlaube eine Organspende nach meinem Tod oder ich lehne eine Entnahme meiner Organe nach meinem Tod ab.

Der in meiner Patientenverfügung geäußerte Wille zu bestimmten ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen soll von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten und dem gesamten Behandlungsteam befolgt werden. Meine oben genannten Vertreter sind jeweils einzeln zur Vertretung befugt. Sie sollen dafür Sorge tragen, dass mein Patientenwille durchgesetzt wird. Sollte eine Ärztin oder ein Arzt oder das Behandlungsteam nicht bereit sein, meinen in dieser Patientenverfügung geäußerten Willen zu befolgen, erwarte ich, dass für eine anderweitige medizinische und/oder pflegerische Behandlung gesorgt wird. Ich wünsche nicht, dass mir in der konkreten Anwendungssituation eine Änderung meines Willens unterstellt wird.

Soweit ich bestimmte Behandlungen wünsche oder ablehne, verzichte ich ausdrücklich auf eine (weitere) ärztliche Aufklärung. Mir ist die Möglichkeit der Änderung und des Widerrufs einer Patientenverfügung bekannt. Ich bin mir des Inhalts und der Konsequenzen meiner darin getroffenen Entscheidungen bewusst und habe diese in eigener Verantwortung und ohne äußeren Druck erstellt. Ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte.

Information und Beratung

Ich habe mich vor der Erstellung dieser Patientenverfügung informiert bei:
Arzt, Anschrift, Telefon ………………………………………………………….

Herr/Frau: wurde von mir am ……………. bezüglich der möglichen Folgen dieser Patientenverfügung aufgeklärt. Er/Sie war in vollem Umfang einwilligungsfähig.

Ort, den ………….

 

Unterschrift und Stempel des Arztes

Diese Patientenverfügung gilt solange, bis ich sie widerrufe. Um meinen in der Patientenverfügung niedergelegten Willen zu bekräftigen, bestätige ich diesen nachstehend:

Ort, den ………….

Unterschrift …………………………………

Die Muster-Patientenverfügung ist hier hinterlegt. Klicke einfach auf den nachfolgenden Link, so kannst du diese übersichtlich lesen und auch ausdrucken: ► Muster-Patientenverfügung (PDF)

Falls dieses Muster für dich hilfreich ist, so würde es mich sehr freuen. Allerdings ersetzt dies in keinem Fall eine persönliche Beratung bei deinem Arzt.

Vollmachten sind Vertrauenssache

Wer eine Original-Vollmacht vorlegt, kann handeln, ohne dass eine gerichtliche Instanz ihm hierzu erst eine Genehmigung erteilen muss. Dies ist grundsätzlich nur in den Rechtsgeschäften möglich, welche die Vollmacht umfasst. In Anbetracht der enormen Tragweite einer vollumfänglichen Vollmacht wird klar, dass der Vollmachtgeber diesen Schritt gründlich überdenken sollte.

Diese Art der Vollmachtserteilung erfordert zunächst einmal eine gute Portion Vertrauen. Eine vollumfassende Vollmacht, für alle Rechtsbereiche, bis auf ganz wenige Ausnahmen, stellt die General- und Vorsorgevollmacht dar. Man kann einige der Bereiche auch hierbei ausschließen, doch aufgrund der Lektüre dieses Buches wird dir vermutlich klar, warum das nicht in jedem Falle sinnvoll ist.

Tipp: Auch wenn ich eine vollumfängliche Vollmacht empfehle, so kann es doch einige Ausnahmen geben, zum Beispiel bei Firmenanteilen, und eingeschränkt auch für Immobilienangelegenheiten, doch dazu führe ich dir gleich ein Beispiel vor Augen.

Ein Beispiel für Immobilienbesitzer

Dieser Beispielfall zeigt die gesamte Problematik auf: Wurde die Immobilie ausdrücklich ausgenommen bei der Vollmacht und einer der Besitzer wird handlungsunfähig krank, entsteht zunächst einmal ein Vakuum. Der Vollmachtsinhaber kann nämlich aufgrund seiner eingeschränkten Vollmacht bei allen Fragen rund um die Immobilie nun nicht handeln. Das gilt auch, wenn er oder sie Mitbesitzer einer Immobilie ist. Sowohl bei einer Vermietung oder bei drohender Insolvenz, oder wenn ein Kredit notwendig ist wegen der teuren Pflegesituation, sind ihm die Hände gebunden. Wie wir ja nun wissen, funktioniert ein Verkauf, eine Kreditaufnahme oder eine Vermietung nur mit einer dementsprechenden Vollmacht. Ein gesetzlich bestellter Betreuer wird nun aufgrund einer gerichtlichen Anordnung diese Dinge zunächst prüfen. Das ist auch nachvollziehbar, denn alles muss selbstverständlich im Interesse des Handlungsunfähigen geschehen. Man kann sich anhand dieser Schilderung ungefähr vorstellen, wie lange das alles dauert. Ebenfalls ist nicht ausgeschlossen, dass eine negative Auskunft des Betreuers alle Handlungen dauerhaft blockiert.

Keine Entmündigung durch eine Vollmacht

Der oder die Bevollmächtigte wird im Regelfall mit einem großen Bündel an Rechten ausgestattet. Plump könnte man sagen, er oder sie darf alles, was ich auch tun könnte, bis hin zum Verkauf meiner Immobilie. Ganz so ist es natürlich nicht, denn es kommt darauf an, welchen Umfang du zulässt. Zudem bestehen diese Handlungseingriffe auch nur für den Notfall. Es wäre jedoch trotzdem ein Missbrauch möglich, wenn ein Bevollmächtigter es darauf anlegt, da darf man auch nicht blauäugig sein. Deshalb überlege dir ganz genau, welcher Vertrauensperson du dieses Instrument anvertrauen willst! Es gibt auch noch kleinere Varianten der Vollmachtserstellung, auf welche ich in diesem Buch noch näher eingehe.

Keine der beschriebenen Vollmachten stellt eine Entmündigung dar. Solange man selbst handlungsfähig ist, kann man eine Vollmacht auch jederzeit widerrufen. In diesem Fall wäre es ratsam, das Original des Dokumentes vom Vollmacht-Nehmer zurückzufordern.

Es ist trotzdem doch sehr beruhigend zu wissen, dass im Fall des Falles ein vertrauter und vertrauenswürdiger Mensch alles in deinem Sinne regelt. Die Befugnisse hierzu solltest du rechtzeitig erteilen.

Vollmachten auf mehrere Personen verteilt

Menschen, die eine vollumfängliche Vollmacht nicht einer einzelnen Person überlassen möchten, können auch mehrere Personen zum gemeinsamen Handeln ermächtigen. Jeder könnte dann nur mit der Zustimmung des Zweiten handeln. Nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Allerdings sollten sich diese nicht gegenseitig blockieren, sondern dann in der Lage sein, möglichst streitfrei miteinander zu entscheiden. Dies birgt natürlich Gefahren, eben weil sie jede Handlung nur gemeinsam vornehmen können. Bei jeder Uneinigkeit würde hier unter Umständen eine unnötige Hürde aufgebaut.

Eine weitere Variante wäre, jeden einzeln dazu zu ermächtigen eine Einzelentscheidung zu treffen. Dadurch hast du zwar keine gegenseitige Kontrolle, wohl aber einen Stellvertreter, falls einer der Bevollmächtigten ausfällt. Falls du eine Überprüfung unbedingt einbauen möchtest, könntest du auch eine Kontroll-Betreuung zur Überwachung beantragen.

Du kannst auch mehrere Vollmachten erstellen

Wer seine wirtschaftlichen und persönlichen Angelegenheiten trennen möchte, wäre damit gut beraten. Für Unternehmer kann es sinnvoll sein, das Unternehmen in andere Hände zu legen, als dies bei persönlichen Angelegenheiten der Fall ist. Genauso gut kann man durch die Trennung der Aufgabenkreise erreichen, für jeden Rechtsbereich einen fachlich versierten Menschen zu bevollmächtigen.

Prüf- oder Widerrufsrechte

Jede Vollmacht sollte im Prinzip so gestaltet werden, dass man jederzeit eine Änderung oder die Aufhebung erreichen kann. Falls du die Option behalten willst, die erstellte Vollmacht aus welchem Grund auch immer aufzulösen, so lasse dich vom Notar neben anderen Dingen auch zu einem Prüf- oder Widerrufsrecht beraten. Diese Maßnahme wäre eventuell zur Kontrolle eines Missbrauches geeignet.

Beratung ist anzuraten

An allen aufgeführten Punkten erkennt man schon, dass trotz eines großen Vertrauens ein beratendes Vorgespräch bei einem Notar wichtig ist. Zusätzlich ist es gut, sich schon im Vorfeld mit den gewünschten Eckpunkten auseinanderzusetzen und die Vor- und Nachteile abzuwägen. Wir haben seinerzeit bei unseren Vollmachten viele Facherklärungen als Laien nicht so gut verstanden, da uns die juristischen Einzelheiten nicht so geläufig sind. Man tappt dabei unter Umständen ahnungslos in einige Fallen, übrigens auch bei den Kosten und das möchte ich dir gerne ersparen.

Unterschiede der Vollmachten kennenlernen

Bei den allumfassenden Vorsorgemaßnahmen sind die zur Gesundheits- und Finanzvorsorge im Vordergrund. Eine General- und Vorsorgevollmacht umfasst beide Aspekte gleichermaßen. Hiermit kann man sich um seine persönliche Vorsorge kümmern, und zwar neben der gesundheitlichen auch in wirtschaftlicher und juristischer Hinsicht. Zunächst gilt es im Bereich der Vollmachten zu differenzieren, welche Vollmachten in Deutschland juristisch möglich sind. Zu nennen ist hier neben der Generalvollmacht auch die Gattungs-, Bank- oder Handlungsvollmacht. Eine weitere ist die transmortale oder porstmortale Vollmacht. Daneben gibt es auch noch unterschiedliche Verfügungen.

Hier ist nun übersichtlich beschrieben, welche Möglichkeiten bestehen. Auf die tiefer gehenden Ausführungen zu jeder einzelnen Vollmachtsform erfährst du in einem späteren Kapitel mehr.

Handlungsvollmacht in Kurzform

Häufig wird die Generalvollmacht mit einer Handlungsvollmacht verwechselt. Eine Handlungsvollmacht wird jedoch nur genutzt, um bestimmte geschäftliche oder private Belange stellvertretend auszuführen. Zum Beispiel bei erbrechtlichen Angelegenheiten kann man mit einer handschriftlichen Handlungsvollmacht bestimmte Rechtsgeschäfte stellvertretend erledigen. Handlungsvollmachten gelten also nur für einen bestimmten Zweck. Das Gleiche gilt auch für die Bankvollmacht, welche nur zu Vertretungshandlungen bei einer bestimmten Bank berechtigt.

General- und Vorsorgevollmacht in Kurzform

Eine General- und Vorsorgevollmacht hingegen unterliegt in aller Regel keinerlei Beschränkungen. Ebenso gilt sie, je nach Ausgestaltung, uneingeschränkt für alle geschäftlichen und privaten Bereiche. Natürlich kommt es hierbei stets auf den genauen Wortlaut an. Selbstverständlich kann der Vollmachtgeber auch Klauseln und Beschränkungen auferlegen. Dies würde allerdings dem Sinn dieser umfassenden Vollmacht widersprechen. Die Vor- und Nachteile dieser Vollmachtsform habe ich im Vorfeld schon ausführlich beleuchtet.

Die transmortale oder porstmortale Vollmacht in Kurzform

Der Unterschied besteht darin, dass diese Vollmacht, sogar über das eigene Ableben hinaus Wirkung entfaltet.

Verfügungen

Zu den nicht so komplexen Vollmachtsformen gehören auch einzelne Verfügungen. Dieser Themenkomplex ist ebenfalls umfangreich und deshalb habe ich in meiner Pflege-Ratgeber-Serie einen extra Band verfasst mit dem Titel: „Verfügungen für Pflegende - Patientenverfügung & Betreuungsverfügung erstellen“.

Patientenverfügung

Diese Verfügung richtet sich an die medizinischen Behandlungen. Jeder Mensch kann hierin bestimmen, wie er sich die Behandlung bei bestimmten Krankheiten vorstellt.
Jegliche Verfügung zur aktiven Sterbehilfe ist jedoch auch in diesem Dokument in Deutschland nicht erlaubt. Selbst die passive Sterbehilfe soll demnächst unter Strafe gestellt werden. Ein ärztlich erstelltes Musterformular findest du ebenfalls in diesem Band.

Betreuungsverfügung

Deine Vorgaben in einer Betreuungsverfügung sind rechtlich nicht zwingend bindend. Die moralische Verantwortung gegenüber einem Kranken ist eine andere Sache. Im Normalfall wird sich der Betreuende nur zum Wohle des Hilflosen auch gegen seinen Willen entscheiden. Eine Sicherheit hierzu hast du allerdings nicht.

Sorgerechts-Verfügung

Diese Verfügung ist geeignet, um das Sorgerecht eines minderjährigen Kindes zu bestimmen. Hierzu gibt es auf seriösen Seiten auch Vorlagen. Man kann als Eltern anordnen, wer sich um ein Kind kümmert, wenn Erziehungsberechtigte dazu selbst nicht mehr in der Lage sind. In dieser Verfügung kann man sowohl vorgeben, wer Vormund werden soll und genauso gut, wen ich keinesfalls dazu bestimmen möchte. Trotz einer Sorgerechts-Verfügung wird auch von Gerichtsseite noch überprüft, ob der gewünschte Vormund dazu auch geeignet ist.

Hinterlegen kann man diese Verfügung bei nahen Verwandten. Auch beim Nachlassgericht besteht die Möglichkeit, gegen eine geringe Gebühr dieses Dokument zu hinterlegen. Den Hinterlegungsschein sollte man ebenfalls zu den wichtigen Unterlagen einordnen.

Hinweis: Ein Kind über dem 14. Lebensjahr kann sich einer solchen Anordnung der Eltern auch widersetzen. Falls man dazu Bedenken hat, kann man auch zusätzlich noch eine Ersatzperson benennen in der Sorgerechts-Verfügung.

Rechtswirksame Gestaltung der Vollmachten

Die allgemeine Formfreiheit im Bürgerlichen Gesetzbuch bei einigen Vollmachten lässt vermuten, dass eine mündliche Erteilung durchaus ausreichend sein kann, doch in der Praxis wird es anders gehandhabt. Selbst Banken gestatten keine Handlungsfreiheit Dritter, wenn keine entsprechende Vollmacht in Schriftform vorgelegt werden kann. Das Gleiche gilt vollumfänglich auch bei allen deutschen Behörden.

Es ist zudem auch sinnvoll die Schriftform zu wählen, da Missverständnisse ausgeräumt sind und aufgrund der eigenhändigen Unterschrift der Wille auch klar bestätigt ist. Grundsätzlich gilt, dass man eine Vollmacht nur erstellen kann, wenn keine Zweifel an der Geschäftsfähigkeit bestehen.

Die Schriftform ist für Vollmachten unerlässlich, die unwiderruflich erteilt werden. Dies betrifft Freiheitsentziehungen oder medizinische Eingriffe. Zu freiheitsentziehenden Maßnahmen (z. B. Heimeinweisung) ist stets auch ein gerichtlicher Beschluss notwendig. Auch für Vollmachten, die eine Vertretung vor Gericht regeln, schreibt das deutsche Gesetz die Schriftform vor. Falls man keine notarielle Beurkundung wünscht, vielleicht wegen der Kosten, so sollte man eine Vollmacht wenigsten notariell beglaubigen lassen. Eine Beglaubigung bestätigt nicht den Inhalt des Dokumentes, jedoch die Richtigkeit der Unterschrift. Alle genannten Verfügungen und Vollmachten sollten stets mit dem vollständigen Vor- und Nachnamen unterschrieben sein.

Bei der Beglaubigung und der Beurkundung versucht der Notar in einem kurz umrissenen Zeitfenster, auch die Geschäftsfähigkeit zu prüfen. Dies halte ich persönlich für ziemlich schwierig, weil auch ein psychisch Kranker oder ein an Demenz erkrankter Mensch für einige Zeit das Vollbild einer geschäftsfähigen Person vorgeben kann.

udem ist ein Notar in medizinischen Fragen ebenso Laie wie wir, weshalb seine Feststellung auch zumindest zweifelhaft ist. Ich habe dies häufig auch bei Gutachter-Besuchen erlebt, in denen sich mein schwer kranker Mann ständig besser darstellt, als dies im Pflegealltag aussieht. Solch ein Überspielen ist jedoch in aller Regel nur eine kurze Zeitspanne aufrecht zu erhalten. So lange dauern eine Beurkundung oder ein Beglaubigungstermin jedoch nicht, dass er mit Sicherheit die Geschäftsfähigkeit feststellen kann.

Tipp: Aus diesem Grunde lass dir in der Urkunde einen kurzen Vermerk eintragen, dass der Notar trotz alledem die Geschäftsfähigkeit geprüft und festgestellt hat. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vollmacht auch bei kranken Menschen in aller Regel gültig sein dürfte.

Beurkundung beim Notar unerlässlich

Eine notarielle Beurkundung ist immer dann zwingend, wenn auch Kredite auf Immobilien oder andere Grundstücksangelegenheiten inkludiert sind. Dies gilt ebenso für die Vollmacht in Bezug auf Firmengeschäfte oder Firmenanteile. Dies gilt gleichfalls, wenn eine Demenz oder eine psychische Erkrankung prognostiziert ist. Bei familiären Vorbelastungen ist die Wahrscheinlichkeit der eigenen Erkrankung ebenfalls gegeben. Man sollte stets bedenken, dass in solchen Fällen durch die frühzeitige Erstellung auch die Anfechtung des Dokumentes ausgeschlossen werden könnte.

Die General- und Vorsorgevollmacht wird eigentlich immer bestenfalls vor einem Notar beurkundet. Dies ist zwar nicht in jedem Fall zwingend notwendig, jedoch anzuraten. Die notarielle Vollmacht kann auch unwiderruflich zum Erwerb oder zur Veräußerung von Grundstücken oder einer Vertretung vor Gericht dienen. Zudem ist sie auch zur Übernahme der Bankgeschäfte des Vollmachtgebers geeignet. Ein weiterer Vorteil: Sie wird in notarielle Verwahrung genommen, sodass sie im Notfall auch immer auffindbar ist.

Tipp: Falls du dich trotzdem für die private Erstellung entscheidest, kannst du diese Vorsorgevollmacht gegen eine Gebühr im neuen Zentralen Vorsorgeregister hinterlegen. Die Hinterlegung kostet eine geringe Gebühr und kann im gesamten Bundesgebiet genutzt werden. Hier findest du weitere Informationen dazu:

Vorsorgeregister.de
Der Vollmachtgeber und der Vollmachtsnehmer erhalten vom Notariat jeweils eine Original-Urkunde zur eigenen Verwendung.

Die General- und Vorsorgevollmacht

Die General- und Vorsorgevollmacht beinhaltet im besten Falle das Vertretungsrecht in allen Lebensbereichen. Der Vollmachtsnehmer genießt ein Entscheidungsrecht in beiden wichtigen Bereichen, in gesundheitlichen Aspekten und in wirtschaftlichen Belangen. Dadurch ist gesichert, dass im Notfall auch bei Banken, Behörden, Beihilfestelen, Krankenhäusern und weiteren Institutionen gehandelt werden kann. Auch in jungen Jahren können Situationen eintreten, in denen man nicht mehr selbst entscheiden kann. Als adäquate Vorsorgemaßnahme bietet sich in jedem Alter die Vorsorgevollmacht an. Sie bedarf keiner notariellen Beurkundung, dies ist jedoch wie vorher ausgeführt, zu empfehlen. Der Notar ist verpflichtet, zu beraten, ob eventuelle Einschränkungen sinnvoll sind, und ebenfalls dazu eine Geschäftsunfähigkeit zu prüfen.

Hinweis: Bei der Vertretungshandlung muss ein Bevollmächtigter stets das Original des Dokumentes vorlegen. Sie kann zur Vertretung vorgelegt werden bei Behörden, Notaren, usw. für sämtliche Rechtsgeschäfte. Auch im medizinischen Bereich entfaltet sie eine Vertretungsbefugnis.

Wenn du dich für diese Vertretungsart entscheidest, dann schränke die Entscheidungsbefugnisse, im persönlichen und/oder im finanziellen Bereich nicht zu stark ein.

Generalvollmacht - die vollumfängliche Vertretungsbefugnis

Die Selbstbestimmung habe ich vorher schon angesprochen, du behältst das Heft des Handelns in der Hand, auch wenn du das faktisch nicht mehr kannst. Auch wenn andere aufgrund der Vollmacht handeln, keine Sorge, du wirst nicht entmündigt. Ein Bevollmächtigter ist nur befugt ersatzweise zu handeln, wenn du selbst dazu nicht mehr in der Lage bist. Die Vorsorgevollmacht greift nur für den Fall, dass der Vollmachtgeber geschäftsunfähig wird. Solange der Vollmachtgeber voll geschäftsfähig ist, ergeben sich keinerlei Konsequenzen aus der Vorsorgevollmacht. Tritt aber der Fall ein, dass eines Tages eine Geschäftsunfähigkeit vorliegt, entfaltet die Vollmacht ihre Wirkung, sodass hiermit für den Fall der Fälle vorgesorgt ist.

Gestaltung der Vollmacht

Ob die Vorsorgevollmacht als Generalvollmacht oder Spezialvollmacht, für die Lebenszeit oder über den Tod hinaus gestaltet ist, bleibt dem Vollmachtgeber überlassen. Der Notar wird hierzu umfassend und unterstützend beraten. Du triffst mit der General- und Vorsorgevollmacht Vorkehrungen für alle Lebensbereiche. Hierbei sind ärztliche Maßnahmen, Auflösung oder Wechsel des Wohnsitzes usw. inbegriffen.

Tipp: Eine General- und Vorsorgevollmacht kann auch eine sogenannte Untervollmacht beinhalten. Dadurch ist dem Bevollmächtigten zusätzlich gestattet, auch eine dritte Person mit bestimmten Aufgaben stellvertretend für ihn zu betrauen. Viele Menschen lehnen diese Klausel ab, da ihnen diese Rechte dann doch zu weit gehen.

Die transmortale oder postmortale Vollmacht

Wie vorher erwähnt ist dies eine Vollmacht, die auch nach deinem Ableben noch gültig ist. Häufig wird diese Form als Zusatz zu einer Testamentserrichtung genutzt. Das hat den Vorteil, dass Bevollmächtigte handeln können, solange keine Rechtsklarheit bei Erbstreitigkeiten vorliegt. Gerade bei Erbengemeinschaften kommt es häufig vor, dass der eine dem anderen nichts gönnt. Es werden bei der Erbschaft oft alte Familien-Probleme in diese Auseinandersetzung getragen. Sichere also dein Vermögen gegen einen gewaltigen Schaden ab, falls du etwas Derartiges befürchten musst.

Um einen Erben festzulegen, muss das Nachlassgericht einen Erbschein ausstellen. Ein Erbschein-Verfahren mit streitenden Parteien kann unter Umständen auch Jahre dauern, denn Gerichte sind häufig sehr überlastet. Gerade deshalb ist es sinnvoll auch den Erhalt des Nachlasses mit einer postmortalen Vollmacht zu sichern. So lange sich die Erben in den Haaren liegen, kann der Bevollmächtigte handeln, Rechnungen bezahlen, Mietverhältnisse kündigen usw.

Erstellung der transmortalen Vollmacht

Gerade bei streitenden Parteien ist zudem auch eine Beweisführung besonders wichtig. Zum ersatzweisen Handeln beim Grundbuchamt und bei den Banken ist nicht nur die Vorlage des Dokumentes wichtig, sondern auch dass dieses zumindest notariell beglaubigt ist. Sollte Immobilienvermögen in die Handlungsfreiheit einbezogen werden, oder gar eine Firma involviert sein, so ist auch die notarielle Beurkundung notwendig.

Wird eine transmortale Vollmacht vorgelegt, so ist von allen beauftragten Stellen unverzüglich zu handeln. Dies gilt ohne Wenn und Aber und auch ohne Zustimmung der Erben. Es wäre unrechtmäßig, wenn eine Institution versucht, eine Zustimmung der Erben zusätzlich zu bekommen oder die Anweisungen einfach aussitzt. Der Vorzug einer solchen Vollmacht besteht ja gerade darin, dass keine Wartezeiten entstehen, dies darf nicht torpediert werden.

Die Bankvollmacht (inkl. Muster)

Gerade ältere und gebrechliche Menschen erteilen diese Vollmachten häufig, damit die Verwandten ihre Geldgeschäfte erledigen können. Dies ist jedoch nicht nur für ältere Menschen ein Thema, sondern auch in Notfällen ist es ratsam, ein vorsorglich erstelltes Formular vorlegen zu können. Möchtest du also einen vertrauten Menschen mit einer solchen Vertretungsbefugnis ausstatten, so kannst du auch statt einer umfassenden Vorsorgevollmacht eine Depot- oder Kontovollmacht ausstellen.

Wichtig: Auch für Ehepaare ist die Erteilung einer solchen Vollmacht sinnvoll. Auch hier gilt, eine automatische Vertretung des Ehepartners bei Bankgeschäften ist nicht gegeben. Der Ehepartner ist nur zeichnungsberechtigt mit einer gesonderten Vereinbarung oder einem speziell dafür vorgesehenen Konto.

Im Falle einer Bankvollmacht erfolgt nur eine Willenserklärung für Rechtsgeschäfte mit einer bestimmten Bank. Darüber hinaus besteht aufgrund einer Handlungs- oder Bankvollmacht keinerlei Vertretungsbefugnis. Die Bankvollmacht alleine wird also nur die Vertretungsbefugnisse in finanzieller Hinsicht eingeschränkt lösen.

Erstellen der Bankvollmacht

Für die rechtswirksame Erstellung einer Bankvollmacht gilt gesetzlich die Formfreiheit. Es existieren zwar keine gesetzlichen Richtlinien und Regeln für deren Errichtung, jedoch verlangen die Banken im Prinzip immer einen schriftlichen Nachweis. Sie nutzen zur Erstellung zumeist eigene Vordrucke. 

Die vorgefertigten Formulare sehen vor, dass die einzelnen Bankgeschäfte explizit aufgeführt werden. 

Ermächtigung bei Bankgeschäften zu folgenden Tätigkeiten:

Achte darauf, dass im Formular keine großen Leerbereiche sind, denn ansonsten könnten Unbefugte nachträglich Änderungen oder Zusätze eintragen. Jede Vollmacht sollte zudem mit großer Sorgfalt ausgefüllt werden.

Tipp: Zur eigenen Sicherheit ist es gut, wenn ein Bankmitarbeiter das Ausfüllen und Unterschreiben der Vollmacht vor Ort begleitet. Lasse dir einen Termin geben und geh mit deiner bevollmächtigten Person gemeinsam zur Bank.

Die Bank fordert bei der Abgabe einer Kontovollmacht ebenso die Vorlage der Personalausweise, damit sie sicher sein kann, auch den Kontoinhaber und dessen Bevollmächtigten vor sich zu haben. Manche Banken verlangen auch die Unterschrift des Bevollmächtigten, vermutlich um eine Unterschriftsprobe zu erhalten. Für die Gültigkeit einer Vollmacht ist jedoch nur die Unterschrift des Vollmachtgebers wichtig.

Online - Formulare für die Bankvollmacht

Auch in Online-Foren werden mitunter Bankvollmachten zur Verfügung gestellt. Die Musterformulare enthalten häufig vorgefertigte Aufgabenstellungen und geben dir so die Möglichkeit, eine Übersicht zu den verschiedenen Vollmachtsbereichen zu bekommen. Mit der gebotenen Vorsicht kannst du dies auch nutzen, ich empfehle es eher nicht. Diese werden auch von vielen Banken nicht akzeptiert. Ich würde mich telefonisch im Vorfeld erkundigen, was deine Hausbank verlangt.

Bankvollmacht für Verbraucherdarlehen

Möchtest du der bevollmächtigten Person auch das Recht einräumen einen Verbraucherkredit für dich aufzunehmen, so bedarf es einer notariellen Beurkundung. Das notariell beurkundete Dokument müsste bei einer Kreditaufnahme oder beim Abschluss des Verbraucher-Darlehensvertrages im Original vorgelegt werden.
Diese vorgenannten Prozeduren sind vielleicht lästig, doch nur so kannst du sicher sein, dass kein Dritter einen Missbrauch auf deine Kosten verübt.

Durch die Bankvollmacht in finanziellen Fragen vertreten

Der Zeitpunkt der Ausstellung ist in aller Regel auch der Beginn einer Bevollmächtigung. Das heißt, ab diesem Moment kann ein Bevollmächtigter davon bei der Vorlage des Dokumentes Gebrauch machen. Auch diese Regelung richtet sich eigentlich nach den Vorgaben in der Vollmacht, doch die Banken nehmen sich nicht die Zeit, dies zu prüfen. Aufgrund dessen kann der Bevollmächtigte handeln und die Bank wird dies umgehend ausführen.

Falls du, wie dies bei einer Vorsorgevollmacht der Fall ist, allerdings darauf hoffst, dass eine solche Bankvollmacht auch nur im Notfall gilt, so muss ich dich enttäuschen. Die Banken prüfen in aller Regel auch nicht, ob du krank bist, sie richtet sich nur danach, dass eine rechtskräftige Vollmacht vorliegt.

Die Bankvollmacht sichert jedoch ein Weiterführen der finanziellen Erledigungen. Gemeinhin enthalten Bankvollmachten auch einen Passus, dass eine Vollmacht auch über das Ableben des Kontoinhabers hinaus gültig ist. Eine gerichtliche Betreuung wäre für finanzielle Angelegenheiten im Notfall und im Sterbefall dann ebenfalls nicht mehr notwendig.

Merke: Wie alles im Leben hat auch diese Vollmacht Vor- und Nachteile. Das Erstellen einer Bankvollmacht ist nur dann gut, wenn du eine Person damit beauftragen kannst, bei der du sicher sein kannst, dass sie damit keinen Unfug anstellt.

Widerruf der Bankvollmacht

Eine Bankvollmacht kann der Kontoinhaber jederzeit auch widerrufen. In diesem Falle ist nicht nur die betroffene Bank, sondern auch der Bevollmächtigte unverzüglich zu benachrichtigen. Aus Beweisgründen sind auch Widerrufe grundsätzlich schriftlich zu erstellen.

Das Gleiche gilt für Vollmachten, die über den Tod hinaus wirken sollen. In diesem Falle müssten die Erben den Widerruf schreiben. Ein Widerrufender muss sich zudem der Bank gegenüber als Erbe ausweisen. Bei einer Erbengemeinschaft wird diese Regelung noch komplizierter, dazu lasse dich bei deiner Bank ausführlich beraten.

Klicke den untenstehenden Link an und du kannst eine Muster-Bankvollmacht, zur Information oder auch zum Ausdrucken, lesen:  ► Beispiel Bankvollmacht

Kosten einer Vollmachtserstellung

Ich mache hier ganz bewusst keine Kosten-Nutzen-Auflistung, denn diese würde immer zugunsten der Vollmachtserstellung ausfallen. Wenn man überlegt, wie viel Zeit und Nerven man spart, wenn eine Vertrauensperson ersatzweise handeln kann, das wiegt schwerer als eine Kostenrechnung.

Falls eine notarielle Beurkundung oder auch Beglaubigung stattfindet, richtet sich diese nach der Kostenordnung der Notare. Das Notariat hat feste Vorschriften, hierin ist vorgegeben, dass die Höhe auch durch das vorhandene Vermögen bestimmt wird. Zudem werden Grundkosten auch auf einzelne Geschäftsbereiche angesetzt. Auf den Umfang des Dokumentes kommt es dabei nicht an. Für jede Vollmacht unter Berücksichtigung der Unterschiede in den Vermögensverhältnissen in Euro die Einzelkosten aufzulisten, das macht nicht viel Sinn.

Tipp: Frage konkret an, bevor du zum Notar gehst und auch bevor du seine Dienste beantragst. Das kannst du auch telefonisch tun, die Anwaltsgehilfin oder der Notar selbst, kann dir genau sagen, welche Kosten in deinem konkreten Fall auf dich zukommen.

Unterschätze manche Honorarforderung nicht, uns sind dabei schon einige Male die Haare zu Berge gestanden. Informiere dich im Vorfeld, damit du dir die Kosten auch leisten kannst. Für einen Laien ist es schwer einzuschätzen, wie die Honorarordnung ausgestattet ist.

Aufbewahrung von Vollmachten und Kostenbeispiele

Falls man sich für die Erstellung einzelner Vollmachten für eine notarielle Beurkundung oder eine öffentliche Beglaubigung entscheidet, entstehen Kosten. Beide Erstellungen sind jedoch bei den hier aufgezeigten Verfügungen zur Rechtskraft nicht zwingend notwendig.

Empfehlung zur Aufbewahrung

Veranlasse die Erfassung der Urkunde in einem Zentralregister. Zur Rechtssicherheit der Unterschriften lasse diese beglaubigen, das muss nicht zwingend vor einem Notar sein. Hierzu gibt es auch preiswertere Alternativen.

Die Beurkundung beim Notar

Die Notariatsgebühren sind dem Notar in einem gesetzlichen Rahmen vorgegeben. Sie richten sich in der Höhe nach dem sogenannten Geschäftswert, im Laienjargon nach deinem Vermögen. Gebühren können je nach angesetztem Vermögenswert zwischen 60 € und der Höchstgebühr von 1.735 € anfallen. Bei Ehepaaren wird dieser Wert zur Hälfte berechnet. Der Höchstbetrag fällt lediglich bei einem Millionenvermögen an.

Ein Beispiel: Besitzt ein Ehepaar 50.000,00 € Vermögen, so wird von einem Geschäftswert von 25.000,00 € ausgegangen. In diesem Fall beträgt die Gebühr für eine General- und Vorsorgevollmacht 115 €. In diesen Gebühren sind die Beratung, ein Entwurf und auch die Beurkundung selbst enthalten.

Bei einer Beglaubigung der Unterschrift sind ebenfalls wertabhängig, nach der Gebührenordnung der Notare, zwischen 20 € und 70 € fällig. Vergleiche hierzu auch die Beglaubigungskosten bei Betreuungsbehörden, diese betragen nur 10 €.

Alle Gebühren entsprechen der Gesetzgebung im Jahr 2015 und die Mehrwertsteuer wird noch hinzugerechnet.

Registrierung von Vollmachten mit Kostenbeispielen

Die Bundesnotarkammer führt ein Zentrales Vorsorgeregister. Sämtliche Verfügungen und Vollmachten können hier registriert werden. Sowohl besondere Wünsche in der Patientenverfügung als auch Betreuungsverfügungen können hier gespeichert werden. Bei einer Hinterlegung wird der Inhalt eines Dokuments nicht geprüft. Diese Registrierung bedeutet keine Bestätigung, dass der Text rechtsrelevant verfasst wurde.

Vorteil: Falls das Betreuungsgericht eine Abfrage bei diesem Register startet, erhält es umfassende Auskunft zu vorhandenen Vertretungsbefugnissen. Damit wird verhindert, dass jede der Urkunden rasch gefunden wird. Jede Behörde weiß also relativ schnell, ob und für wen Vollmachten vorliegen. Darin erfährt es auch, mit wem es gegebenenfalls in Kontakt treten muss.

Eine Registrierung kannst du unter www.vorsorgeregister.de online beantragen. Der Onlineantrag kostet auch weniger als ein mit der Post eingereichter. Falls du den Postweg trotzdem bevorzugst, hier die Anschrift:

Bundesnotarkammer
Zentrales Vorsorgeregister Bundesnot
Postfach 08 01 51
10001 Berlin
Tel.: 0800 / 35 50 500 zu den üblichen Geschäftszeiten

Eine Registrierung verursacht immer Extrakosten. Falls du das wünschst, musst du mit einer Rechnung einverstanden sein. Für eine Registrierung werden Gebühren aufgrund des Aufwandes berechnet. Allerdings fällt nur eine ermäßigte Gebühr aufgrund einer notariellen Beurkundung in Höhe von 8,50 € an. Falls du selbst einen Antrag stellst, bekommst du im Jahr 2015 eine Rechnung über 16 €, beim Onlineantrag sind es nur 13 €.  Änderungen, Ergänzungen oder eine Löschung werden mit 18,50 € berechnet. Alle weiteren Gebühren erhält man ebenfalls ausführlich aufgelistet unter den oben angegebenen Kontaktadressen. Diese ändern sich im Laufe der Jahre und auf dem Onlineportal findest du stets alle aktuellen Kosteninformationen.

Entscheidungshilfe zur Vollmachtserstellung

Wer im Fall des Falles konkret gut vertreten sein möchte, könnte zunächst einmal überlegen, welche Vertrauensperson man damit betrauen möchte. Auch wenn man diesem Menschen nicht misstraut, so sollte man doch bedenken, dass ein Missbrauch, aufgrund von Vollmachtserteilungen, immer möglich sein könnte.

Ist man sich hiermit sicher, folgt Schritt zwei:
Dies sind nun die Überlegungen:

  1. Welche Vollmachten oder Verfügungen benötige ich überhaupt?
  2. Welches wäre in meinem Fall die richtige Vertretungsart?

Beispiele der wichtigsten alltäglichen Vertretungsbereiche:
Bankgeschäfte

Hierfür genügt vollkommen eine Bankvollmacht. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn sie zum einen über den Tod hinaus wirkt und zum anderen, falls ein Aktiendepot zu verwalten ist. Im Notfall könnte ein verwaistes Depot einen großen finanziellen Schaden anrichten. Der Bevollmächtigte muss nicht unbedingt ein Familienmitglied oder ein späterer Erbe, es könnte auch ein vertrauenswürdiger Dritter sein.

Durchsetzung krankheitsbedingter Entscheidungen

Möchte man eine Vertretung im Krankheitsfall, so könnte auch ein Patiententestament oder eine Patientenverfügung Sinn machen. In diesem Falle sorgt die Vertrauensperson dafür, dass du genau die Behandlung erhalten wirst, die du vorbestimmt hast. Solange du selbst entscheidungsfähig bist, wird dein persönlich geäußerter Wille immer Vorrang haben.

Rundum-Vertretung in allen Lebensbereichen

Wünscht man eine umfassende Vertretung in allen Belangen, die man selbst auch erledigen würde, wenn man dazu in der Lage ist, so wäre die General- und Vorsorgevollmacht die richtige Wahl. Allerdings sollte man sich hier hundertprozentig sicher sein, dass kein Missbrauch stattfinden wird.

Betreuung bei Demenz & Co.

teht zu befürchten, dass durch eine Demenz-Krankheit die geistigen Fähigkeiten verloren gehen, gäbe es noch die Möglichkeit auf die gesetzliche Betreuung Einfluss zu nehmen. Dies geschieht im Rahmen einer Betreuungsverfügung. Diese wird dem Betreuungsgericht vorgelegt und zumeist folgt dieses dem Willen des Betroffenen. Dies geschieht in der Regel nur dann nicht, wenn wichtige Gründe dem entgegenstehen.

Hinweis: Lebensumstände und auch Willensbekundungen können sich im Laufe der Jahre ändern. Alle Vollmachten könnten auch widerrufen werden. Man muss also keine Entscheidung „für die Ewigkeit“ treffen, sondern kann alles immer wieder neu regeln. Allerdings sollte man bei den Original-Dokumenten dann dafür sorgen, dass diese zurückgegeben werden. Andernfalls wäre es möglich, dass diese immer noch eingesetzt werden können, um Vertretungshandlungen vorzunehmen.

Extra Tipp zur Vorsorge: Versicherungen zum Schutz vor Armut durch Pflege

Zum Schluss noch ein Extra-Tipp, wenn du dich schon mit der Vorsorge beschäftigst: Man sollte man sich auch in wirtschaftlicher und nicht nur in juristischer Hinsicht um seine persönliche Vorsorge kümmern. Eine Pflegesituation ist sehr teuer, auch wenn man über die Pflegekasse Hilfen bekommt, dies ist jedoch keine Vollkaskoversicherung, sondern deckt nur das Allernotwendigste ab.

Diese Art der Vorsorge empfehle ich dir deshalb zusätzlich zu einer Vollmacht oder Vorsorgeverfügung. Ein Abschluss ist nämlich nur so lange möglich, wie noch keine gesicherte Diagnose für den Versicherungsnehmer vorliegt:

Tipp: Der frühzeitige Abschluss einer Vorsorgeversicherung ist besonders beim Risiko einer Erbkrankheit oder einem besonders hohen Krebsrisiko aufgrund von familiären Vorerkrankungen zu empfehlen.

Schlusswort

Meine Ratschläge sind von Laien für Laien ausgestaltet. Wie bereits erwähnt haben wir persönlich - und zwar mithilfe von Fachleuten - sämtliche Vollmachten und Verfügungen erstellt. Dies wurde nicht nur für meinen kranken Mann, sondern vorsorglich natürlich auch für mich erledigt. Dies hat sich auch als äußerst vorteilhaft herausgestellt, denn in diesen vielen Jahren der Pflege habe ich viele Situationen erlebt, in denen es mehr als notwendig war, sie auch anzuwenden. Unser wunderbares Netzwerk aus Familie, Selbsthilfegruppe, Therapeuten und Ärzten hat uns davor bewahrt, in eine Sackgasse zu geraten. Das möchte ich dir ebenfalls sehr gerne ersparen. Gerade deshalb habe ich immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig die Errichtung von Vollmachten an Vertrauenspersonen ist. Die Kosten für die Verfügungen haben sich dabei in Grenzen gehalten, lediglich die General- und Vorsorgevollmachten beim Notar haben einige Hundert Euro gekostet, doch das war es uns allemal wert. Das Rüstzeug, um dir eine eigene Meinung zu bilden, hast du nach der Lektüre dieses Buches nun ebenfalls an der Hand. Ich wünsche dir viel Erfolg und eine gute Entscheidung!

Ich kann dir nicht empfehlen, dich für eine umfängliche Vollmacht mit einschlägigen Vordrucken zufrieden zu geben. Das Gleiche gilt auch für meine Muster, denn persönliche Aspekte können dabei ja nicht berücksichtigt und eine Beratung fehlt gänzlich. Solche Muster und Vorlagen können dir immer nur als Formulierungsanregung dienen. Ungefiltert sollte man diese nicht verwenden. Es sollte auch ausgeschlossen sein, dass der Vollmachtsnehmer nicht im eigenen Interesse handeln darf. Alle diese Punkte richtig auszudrücken fällt einem Laien schwer. Falls du dir die notarielle Beurkundung nicht leisten möchtest, so nimm wenigstens eine Beratungsstunde beim Fachmann in Anspruch.

Über die Autorin

Mein Name ist Angelika Schmid, ich bin Mutter, Tochter, Schwester, Ehefrau, Freundin, Schriftstellerin und nicht zuletzt auch einfach nur Frau. In all diesen Rollen bewege ich mich seit nunmehr über 60 Jahren, mal mehr und mal weniger sicher, aber immer voller Leidenschaft, Schritt für Schritt vorwärts.

Seit dem Jahr 2000 pflege ich meinen Mann mit ständig zunehmender Intensität. Er leidet an einer heimtückischen und langwierigen Erbkrankheit, namens Chorea Huntington. Dies ist ein schweres, unheilbares und seltenes Nervenleiden. Die Krankheit begleitet die Familie unser ganzes gemeinsames Leben, immerhin schon fünfzig Jahre lang. Seine Mutter und eine Tante waren seit den 60er-Jahren erkrankt. Der ältere Bruder ist schon sehr lange bettlägerig pflegebedürftig.

Aufgrund des Schicksals einer Familien-Erbkrankheit verfüge ich über eine jahrzehntelange Pflegeerfahrung. Im Laufe der Jahrzehnte liegen unzählige Auseinandersetzungen mit Behörden sowie der Kranken- und Pflegekasse hinter mir. Ich organisiere den gesamten Alltag und die vielfältigen Pflegeaufgaben. Es ist mir gelungen, ein zufriedenes Leben zu führen. Ich lebe glücklich und blicke positiv, sowohl zurück, als auch in die Zukunft. Die Pflegeerfahrungen und die Strategien für ein positives Leben gebe ich meinen Lesern gerne weiter.

Pflegepersonen leisten einen wunderbaren Dienst, nicht nur den Angehörigen, sondern der gesamten Gesellschaft. Sie werden jedoch häufig gerne vergessen. Nicht nur die Kranken sind dazu gezwungen, mit der Krankheit und ihrem Schicksal zu leben, die Angehörigen auch.

Damit dir die Pflegezeit gut gelingt, sind finanzielle, psychische und physische Voraussetzungen eine essentielle Grundlage. Zur Vermeidung finanzieller Notlagen ist es wichtig, sein gutes Recht zu bekommen. Hierzu gebe ich Euch in meiner Ratgeberreihe Pflege & Vorsorge KOMPAKT alle wichtigen Informationen an die Hand. Damit du zudem keine staatlichen Hilfeleistungen versäumst, habe ich mein Praxiswissen zu allen Themen rund um die Pflege für dich zusammengetragen. Die gesamte Ratgeberreihe Pflege & Vorsorge KOMPAKT habe ich bei Amazon veröffentlicht.

Ich würde mich sehr freuen, dir wenn meine Ausführungen helfen konnten.

Viele Grüße
Angelika Schmid

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